Jung sein in Europa – ein Mosaik aus Vielfalt und Perspektiven
16.07. – 23.07.2023 in Jakuszyce, Polen
28.09. -05.10.2024 in Bamberg
In Planung: 04.07.-11.07.2027 in der Eifel
Zwei Internationale Jugendbegegnungen durfte ich bisher mit einer Jugendgruppe aus der Eifel besuchen, 2023 waren wir in Polen und 2024 in Bamberg zu Gast. Diese beiden Reisen haben mich aus verschiedenen Gründen sehr beeindruckt.
Insgesamt etwa 70 – 80 Jugendliche und junge Erwachsene aus Bamberg und Aachen, Polen und 2024 auch Ungarn und Tschechien waren eingeladen, verschiedene Angebote zu den Themen Europa und Demokratie wahrzunehmen und sportliche Aktivitäten und andere Freizeitangebote miteinander zu erleben. Die Gruppen kamen aus verschiedenen Institutionen, z.B. Vereinen, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen. Zusammen erlebten sie ein Kultur-, Sport- und Bildungsprogramm und lernten dabei, Brücken zu schlagen anstatt Grenzen zu ziehen.
Der Landkreis Bamberg und die Jugendabteilung des Turnvereins Hallstadt hatten diese Jugendbegegnungen mit sehr viel Herzblut und Engagement organisiert und durchgeführt. Und dies auch noch kostenlos für die Jugendlichen! Für uns waren die Fahrtkosten nach Bamberg zu tragen, dank der finanziellen Unterstützung der Deutschen Bank Stiftung West konnten wir die Teilnahme aber gut bewerkstelligen, so dass die Jugendlichen nichts bezahlen mussten! Ein herzliches Dankeschön dafür!






Dt.-dt. Museum in Mödlareuth















Das Programm war so vielfältig, dass ich das unmöglich alles in diesen Beitrag packen kann. Ich beschreibe deshalb einige Erlebnisse, die besonders beeindruckend für mich waren.
Eine tolle Aktion in Bamberg war „Mein Bild von Europa“. In verschiedenen gemischten Gruppen sollten die Jugendlichen „ihr Bild von Europa“ malen. Jede Gruppe erhielt dafür ein Teilstück von Europa, vorgezeichnet auf ein großes Holzbrett, und musste sich nun überlegen, wie ihr Bild von Europa denn nun aussieht. Es ging nicht darum, auf ein Stück von Italien eine Pizza oder das Kolosseum zu malen, sondern um ihr persönliches Gefühl von Europa. Miteinander in den Austausch zu gehen, war da schon einmal die erste Hürde. Ein Sprachenwirrwarr aus deutsch, polnisch, ungarisch, tschechisch und englisch war die Folge, teilweise musste man sich auch mit Händen und Füßen behelfen. Ein kleiner Schritt zur Annäherung über sprachliche Barrieren hinweg. Bei der Vorstellung der Ergebnisse am letzten Tag haben die Jugendlichen sehr schön erzählt, was sie mit Europa verbinden. Entstanden ist aus den 8 Puzzleteilen ein großes Bild mit den Umrissen von Europa. Darauf war beispielsweise die Friedenstaube zu sehen oder gesprengte Ketten, sich an den Händen haltende Menschen oder fliegende Vögel, die jede Grenze einfach überfliegen. Frieden, Freundschaft, Freiheit, das waren Schlagwörter, die bei den Erläuterungen der Jugendlichen immer wieder auftauchten.
Nachmittags hatten die Jugendlichen viel Spaß bei einer Fotorallye, wo es darum ging, in ihrer Gruppe Sehenswürdigkeiten von Bamberg aufzusuchen und dort Fotos und kurze Videos zu machen, worauf alle Teilnehmer der Gruppe zu sehen sind. Daraus wurde dann ein mit Musik unterlegtes Video zusammengeschnitten. Ebenfalls bei der Abschlussfeier haben wir uns diese 8 Videos angeschaut, alle Videos waren großartig und das beste wurde sogar prämiert. Mit Süßigkeiten, die natürlich direkt vertilgt wurden!
In Polen gehörte zu den Highlights die Fahrt mit der Seilbahn und Wanderung auf die Schneekoppe, den höchsten Berg des Riesengebirges, ein Naturspektakel, das man wirklich nicht alle Tage sieht! Im Schlesierhaus ganz oben bekamen wir ein leckeres Mittagessen.
Auch der Besuch des IQlandia in Tschechien, ein Wissenszentrum zum Stauen und Erleben blieb mir intensiv in Erinnerung. Physikalische Phänomene zum Anfassen, hier konnte man durch Ausprobieren mit Spaß ganz viel lernen. Anschließend verbrachten wir den Nachmittag in einem Spaßbad, für die Jugendlichen war das ein actionreicher Tag!
Insgesamt waren diese Fahrten eine große Bereicherung für uns alle, das Programm war abwechslungsreich und interessant, aktiv und lehrreich. Das, was aber am Allerschönsten an diesen Begegnungen war, war der Austausch der Jugendlichen untereinander, das soziale Miteinander über alle Sprachbarrieren und kulturellen Unterschiede hinweg und das Entstehen neuer Freundschaften und Bindungen. Die Gruppen sind im Laufe der Zeit mehr und mehr zusammengewachsen, dementsprechend tränenreich war der Abschied.
Unser großes Ziel: Organisation und Durchführung einer Internationalen Jugendbegegnung 2027 in der Eifel! Die Planungen dafür laufen bereits. Angesichts der enormen Kosten von so einer Großveranstaltung eine große Herausforderung, die wir hoffentlich meistern werden! Wir freuen uns darauf!